Rote Biotechnologie

Die rote Biotechnologie ist der allgemeine Überbegriff für die Erforschung und die Verbesserung von medizinischen Therapien und Diagnosetechniken. Der Begriff rot steht in diesem Zusammenhang für die Farbe des Blutes. Diese immer wichtiger werdende Wissenschaft konzentriert sich zunehmend auf die Gentechnik. Die Forschung befasst sich dabei zu einem gewichtigen Anteil mit unheilbaren oder nur als begrenzt behandelbar geltenden Krankheiten.

Die Geburtsstunde

Quasi als Geburtsstunde, der roten Biotechnologie gilt, die Möglichkeit zu mikroskopieren. Damit wurde die Entdeckung der Mikroben und damit vieler Krankheitserreger möglich gemacht. Ein weiterer wichtiger Eckpfeiler ist die Erfolgsgeschichte der Antibiotika nach der Entdeckung des Penicillins im Jahre 1928 durch Alexander Fleming. Und mit der Darstellung der Struktur des Gens, der Doppelhelix, war der Grundstein für die heutige Gentechnik gelegt. Das Bestreben der roten Biotechnologie geht dahin, durch das Einschleusen und eventuelle Austauschen von Genen bzw. Genanteilen, direkt im Erbgut des Menschen Erkrankungen zu verhindern und zu heilen.

Teilgebiete

Besonders populär sind die Anwendungsgebiete der roten Biotechnologie in der Kriminaltechnik um verdächtige Personen zu identifizieren. Der DNA-Test, der mittels einer einfachen Speichelprobe ausführbar ist, hat den früher gebräuchlichen Fingerabdruck fast schon ersetzt. Väter, die ihre Vaterschaft eindeutig bewiesen haben wollen, können genauso einen Gentest fordern. Ein Vaterschaftstest ist ein unbestechliches Verfahren, um nachweisen zu können, wer der Erzeuger des Kindes ist. Ein wichtiges Teilgebiet ist die Möglichkeit bereits in der Schwangerschaft das kindliche Erbgut entschlüsseln zu können. Mögliche bestehende Schäden können so frühzeitig erkannt werden. Je früher die Therapie eingesetzt werden kann, desto besser sind die Chancen für das Kind auf ein normales Leben. Es gibt bereits erste Therapien, entweder operativ oder medikamentös, die direkt in der Schwangerschaft am Kind gemacht werden können.

Krebstherapie

Ein weiteres großes Betätigungsfeld der roten Biotechnologie ist die Krebstherapie. Aktuell sucht man nach Verfahren, die die Entwicklung eines Medikaments zum Ziel haben, die die erkrankten Zellen angreifen und vernichten. Das gesunde umliegende Gewebe soll erhalten bleiben und so der Kranke nicht unnötig belastet werden. Es lässt sich mittlerweile auch die Aggressivität der Krebszellen bestimmten. So gibt es im Bereich der Frauenheilkunde bereits Therapien, die nur bei bestimmten genetischen Konstellationen der Krebszellen eingesetzt werden, um nicht unnötig alle Erkrankten den Nebenwirkungen und Belastungen einer Therapie mit Chemotherapeutika auszusetzen. Genauso wird versucht, über gentechnisch veränderte Impfstoffe gegen Krankheiten wie zum Beispiel HIV zu entwickeln. Auch weit verbreitete Krankheiten wie Malaria oder andere, bis jetzt unheilbare, Tropenkrankheiten könnten so dezimiert werden. Die Diskussionen um die Gentherapie mögen kontrovers sein. Fest steht, dass bereits jetzt die Umsetzung der Forschungsergebnisse der roten Biotechnologie aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken ist.

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