Was versteht man unter Stammzellenforschung?

Stammzellen gehören zu den Körperzellen. Für die Wissenschaft von besonderer Bedeutung und Ausgangspunkt erhitzter Diskussionen sind Stammzellen, weil sie sich in verschiedene Arten von Zelltypen oder Geweben ausdifferenzieren können, je nachdem in welchem biologischen Milieu sie sich befinden. Dies ermöglicht der Stammzellenforschung eine gezielte Züchtung von bestimmten Zelltypen. Diese Methode wird als vielversprechend für die Heilung bisher unheilbarer Krankheiten angesehen. Dazu gehören Parkinson, Alzheimer, Diabetes und die Querschnittslähmung. Zudem erhofft sich die Stammzellenforschung, zerstörte Organe nachwachsen zu lassen.

die Methode

Die Kontroverse um die Stammzellenforschung dreht sich hauptsächlich um die Methode der Gewinnung von Stammzellen. Man kann zwei Arten von Stammzellen unterscheiden. Es handelt sich um embryonale und postembryonale Stammzellen. Da postembryonale Stammzellen ein geringeres Differenzierungspotential besitzen, dreht sich die Diskussion primär um embryonale Stammzellen. Embryionale Stammzellen werden durch die Befruchtung von Eizellen aus der inneren Zellmasse des Embryos gewonnen. Die Kontroverse um die Stammzellenforschung dreht sich deshalb um die Tatsache, dass menschliches Leben in Form der Embryonen gezüchtet und dann für die Stammzellen zerstört wird. Die Gegner der Stammzellenforschung sehen Embryonen schließlich als menschliches Leben an. Die Befürworter verweisen auf die mögliche Heilung von Millionen Kranken.

Ethische Probleme

Die Diskussion um die Stammzellenforschung ist deshalb v.a. eine, die sich um die Frage dreht, ob der Zweck die Mittel heiligt. Wer Embryonen als menschliches Leben betrachtet, ist gezwungen, dieses gegenüber dem Leben der zu rettenden Menschen abzuwägen. Die Unmöglichkeit einer solchen ethischen Aufgabe umgehen viele, in dem sie Embryonen nicht als menschliches Leben ansehen. Trotzdem bleibt der Vorwurf bestehen, dass die Forscher, welche Stammzellen züchten, gewissermaßen Gott spielen. Sie erschaffen Leben in Form der Embryos und zerstören es wieder nach eigenem Gutdünken. Zugleich wird häufig das Bild eines Dr. Frankensteins herangezogen. Schließlich züchten Wissenschaftler aus Stammzellen Gewebe und sogar Organe. Des weiteren werden medizinische Argumente gegen die Stammzellenforschung angeführt, etwa die Schwächung des Immunsystems durch körperfremde Stammzellen.

Vorteile für die Medizin

Die Vorteile der Stammzellenforschung sind in ihrem medizinischen Mehrwert zu finden. Millionen von Menschen auf der Erde könnten Stammzellen das Leben erleichtern. Die Züchtung von Organen ermöglicht es zudem, gegen den prekären Zustand der Abhängigkeit von Organspenden vorzugehen. In Zeiten, in denen Alzheimer und Parkinson zu Volkskrankheiten der älteren Generation werden, scheinen embryonale Stammzellen zum medizinischen Messias zu werden. Die Grundlage für die weitere Entwicklung der Erforschung von Stammzellen und ihre gesellschaftliche Tragbarkeit muss jedoch eine ethische Entscheidung sein. Diese dreht sich um die Frage, was man als menschliches Leben definiert und wie viel es wert ist.

Foto: Alexandr Mitiuc – Fotolia

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