Bio-Ethik – Ein verantwortungsvolles Miteinander
Die Bio-Ethik nimmt sich der ethischen Probleme an, die sich durch medizinischen oder bio-technischen Fortschritt sowie den Umgang mit den biologischen Ressourcen der Erde zwangsläufig ergeben. Neben Themen wie der Rodung des Regenwaldes, des notwendigerweise um sich greifenden Artenschutzes, Sinn und Unsinn von Versuchstieren oder der unbedenklichen Haltung von Nutztieren ist vor allem die Gentechnologie ins Interesse der Öffentlichkeit gerückt.
Diskussion
Die Diskussion über Klone und Präimplantationsdiagnostik hat die Menschen auch der Reproduktionsmedizin gegenüber immer mehr sensibilisiert. Die im Grundgesetz verbriefte Würde des Menschen muss selbst in Grenzsituationen tatsächlich geachtet werden, was unlängst Konflikte wie Abtreibung oder Sterbehilfe auslöste. Die Bio-Ethik versucht zu klären, welche Umsicht die “Krone der Schöpfung” seiner Umwelt und nicht zuletzt sich selbst entgegenbringen sollte.
Ursprungsthese
Zuerst erkannte 1970 ein amerikanischer Forscher die Schwierigkeit, Wissen und Fortschritt der Medizin in Einklang mit den humanen Werten zu bringen. Die Verlängerung des Lebens mit allen verfügbaren Mitteln bedeute nicht automatisch Achtung der Menschenwürde. Er wies auf die Problematik hin, dass einem Mensch unter Umständen auch das Anrecht auf Erlösung von der Qual gebührt. Diese These wurde in den 70er Jahren weiter ausgeführt, als der Arztberuf sich längst nicht mehr nur als Heilberuf verstand. Hormonbehandlungen und andere Biotechniken bedurften einer breiteren Akzeptanz, weshalb die Bio-Ethik unweigerlich auch zum Politikum wurde. Nicht zuletzt darum ist der Streit um die Bioethik-Konvention des Europarates noch nicht beigelegt. Kritische Stimmen bezichtigen die Politik in diesem Zusammenhang gerne als gefälligen Wegbereiter der wissenschaftlichen Industrie.
Methoden
In der Bio-Ethik werden drei Methoden (Kasuistik, Theorieanwendung und das Vier-Prinzipien-Modell) diskutiert, bei denen sich Gegner und Befürworter die Waage halten. Handlungsregeln oder Beurteilungsmaßstäbe unterliegen stets einem ganz individuellen Situationsmoment, der globale Kriterien nicht zulässt. Die Zugrundelegung eines Präzedenzfällen, in der ein Beschluss oder Urteil bindend bleiben soll, beispielsweise ein Antrag auf aktive Sterbehilfe, provoziert zwangsläufig Streit. Die möglichen wie die nicht vorhersehbaren Konsequenzen, die eine Zulassung in der gesamtgesellschaftlichen Struktur nach sich ziehen könnten, gebieten darum möglicherweise ein Verbot. So sehr es sich dem Betroffenen gegenüber als inhuman darstellt.
Die Bio-Ethik reibt sich nicht zuletzt an der Religiosität. Die unterschiedlichen Glaubensgruppen beurteilen Mann und Frau oder gemeinhin Lebewesen in Wert und Stellung unterschiedlich, eine globale Gleichsetzung von Würde und deren Achtung wird sich weiterhin als Herausforderung gestalten, in Politik und Gesellschaft.
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